Abpumpen von Muttermilch + Stillen

Abpumpen statt Stillen. Eine Alternative?

Ihr könnt oder möchtet nicht stillen? In diesen Fällen ist es für Euch eine Alternative, die Muttermilch abzupumpen. Solltet Ihr direkt nach der Geburt mit dem Abpumpen der Milch beginnen wollen, gilt das Gleiche wie für das Stillen selber: Beginnt möglichst unmittelbar nach der Geburt Eures Kindes mit dem Abpumpen der Milch.

Ihr solltet im gleichen Zeitrhythmus pumpen, wie das Kind unter normalen Umständen gestillt werden würde – dies bedeutet im Zeitraum von 24 Stunden ca. sechs bis acht Mal! Gerade zu Beginn des abpumpens in der ersten Phase nach der Geburt kann eine sanft durchgeführte Massage Wunder wirken. Probiert es einfach aus!

Nicht nur aus hygienischen Gründen, sondern auch zur Pflege der Brustwarzen solltet Ihr jedem Fall saugfähige Stilleinlagen tragen! Wenn die Brustwarze nicht komplett trocknet, ist die Wahrscheinlichkeit einer Entzündungsbildung deutlich größer. Bei leichten, ziehenden Schmerzen hilft die Auflage von Schwarzteebeuteln: Die gerbende Wirkung ist schmerzlindernd. Das könnt Ihr bereits nach 15 Minuten deutlich spüren!

So gelingt das Abpumpen der Milch von Anfang an

Auf Hygiene beim Abpumpen achten

Bevor Ihr beginnt, die Muttermilch abzupumpen, wascht grundsätzlich Hände und Brust mit klarem Wasser ab. Auch wenn die Muttermilch von Natur aus keimabweisend ist, müsst Ihr darauf achten, die Milch nicht zu verunreinigen. Daher ist es Euch ans Herz zu legen, die ersten Tropfen der Muttermilch zu verwerfen. Zum Beispiel in ein sauberes Handtuch streichen. Gerade in den ersten Tropfen können sich nämlich noch Hautkeime befinden.

Abpumpen mit Abpump-Set und Flasche

Zwar wird oft erwähnt, dass das Pumpen auch per Hand ohne Hilfsmittel möglich ist, davon ist Euch aber eher abzuraten. Schafft Euch lieber ein steriles Abpump-Set mit Flasche an. Ihr werdet sehen, dass auf diese Weise alles viel einfacher und schneller von der Hand geht – besonders dann, wenn das Abpumpen für Euch neu ist!

Abpump-Set reinigen

Achtet jedes Mal, bevor Ihr mit dem Pumpen beginnt, darauf, dass alle Teile des Abpump-Sets gründlich gereinigt worden sind. Nach dem Ausspülen werden die einzelnen Teile schließlich ca. 10 Minuten abgekocht oder– je nach Möglichkeit – vaporisiert. Anschließend könnt Ihr die Teile gut abtrocknen und für den nächsten Abpump-Vorgang z.B. in einem sauberen Geschirrtuch aufbewahren.

Wichtige Faustregel: Solltet Ihr das Equipment nicht benutzen, sollte es nach einer ungenutzten Standphase, die länger als zwei Tage andauert, vor dem nächsten Gebrauch erst wieder abgekocht werden!

Aufbewahrung der Milch und Fütterung: Wichtiges auf einen Blick

Auch was das Aufbewahren der soeben abgepumpten Milch angeht ist besondere Sorgfalt angebracht: Nutzt nur sterile, das heißt zuvor abgekochte Plastik- oder Glasflaschen. Für die Dauer der Aufbewahrung gilt die Regel, dass Ihr im Kühlschrank aufbewahrte Muttermilch spätestens nach 72 Stunden und bei Zimmertemperatur aufbewahrte Muttermilch nach maximal 24 Stunden an Euer Baby verfüttert haben solltet.

Um das richtige Trinkverhalten Eures Kindes zu fördern, nutzt einen kleinen Becher, eine kleine Einmalspritze oder einen Finger Feeder für das Füttern der abgepumpten Milch. Auf einen Flaschensauger solltet Ihr erst dann zurückgreifen, wenn Euer Baby die sechste Lebenswoche hinter sich hat.  

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