Kindergarten Kinder

Verschiedene pädagogische Konzepte

Verschiedene pädagogische Ideen haben dazu geführt, dass es heute unterschiedliche Meinungen gibt, wie ein Kindergarten aufgebaut sein sollte. Die einzelnen Konzepte sind dabei nicht „besser“ oder „schlechter“ als andere, sie sind nur einfach anders.

Welches von diesen Konzepten für Euch und Euer Kind am besten geeignet ist, entscheidet sich nach der Persönlichkeit und den Bedürfnissen Eures Kindes. Wir möchten Euch bei dieser Entscheidung helfen und die wichtigsten Ansätze in der Kinderbetreuung vorstellen.

Vorab: Eine allgemeine Kindergarten-Checkliste

Egal, für welches Konzept Ihr Euch letztendlich entscheidet: Folgende Punkte sind Bestandteil jeder guten und sinnvollen Kinderbetreuung und sollten daher unbedingt erfüllt werden.

Bitte beachte die folgenden Fragen:

  • Ist der Kindergarten für Euch gut erreichbar? (Öffentliche Verkehrsmittel, Nähe zu Eurem Wohnort)
  • Wie sind die Öffnungszeiten geregelt?
  • Wie wirken die Erzieherinnen und Erzieher auf Euch? (Hier dürft Ihr Euch auch gerne von Eurem Bauchgefühl leiten lassen!)
  • Wie wirkt das Kindergartengelände auf Euch? Gibt es einen Außenbereich?
  • Werdet Ihr laufend über die Kinderbetreuung informiert? Gibt es regelmäßig stattfindende Elternabende?

Unterschiedliche Kindergarten Konzepte

1. Der Situations-Ansatz

Der Situations-Ansatz ist heutzutage sehr verbreitet und beliebt. Alltägliche Erfahrungen und Allgemeinwissen sind besonders wichtig: Die Kinder sollen lernen, Dinge in ihrer Umgebung aktiv wahrzunehmen und in ihr Leben mit einzubauen.

Zum Beispiel wird gemeinsam besprochen, wie das Obst im Garten gewachsen ist, ob man die Erdbeeren und Himbeeren lieber gleich essen sollte oder Marmelade aus ihnen kocht, usw. Die Mitarbeiter/innen stehen den Kindern während dieser Entdeckungsreise immer helfend zur Seite.

2. Der Montessori Ansatz

In der Montessori Kinderbetreuung ist es wichtig, jedem Kind so viel Freiheit wie nur möglich zu geben. Aus diesem Grund halten sich die Mitarbeiter/innen weitestgehend zurück und greifen nur dann ein, wenn es unbedingt nötig ist. Spielzeug mit „Aufforderungscharakter“ soll den Bewegungs- und Entdeckerdrang des Kindes fördern.

3. Der Freinet Ansatz

Im Freinet Kindergarten wird jedes einzelne Kind so aktiv wie nur möglich beteiligt. Jeden Morgen sollen die Kinder ihre Wünsche äußern, wie sie den Tag am liebsten verbringen möchten. Diese Ideen werden gesammelt und anschließend in der Gruppe besprochen; gemeinsam wird dann entschieden, wie der Tag gestaltet wird.

4. Die Waldorf Pädagogik

Das Waldorf Konzept sieht eine „ganzheitliche Entwicklung“ vor, bei der Seele, Körper und Befinden gleichermaßen gefördert werden. Grundidee ist es, die Kinder möglichst frei und nach eigenem Belieben spielen zu lassen. Die Spiele sollen dabei nur dem Selbstzweck dienen – so werden Kinder ermutigt, verstärkt auf ihre inneren Wünsche zu hören.

5. Der Waldkindergarten

Ein ganz besonderes Konzept verbirgt sich hinter dem Waldkindergarten: Ausgestattet mit wetterfester Kleidung und Rucksäcken verbringen die Kinder ihre Zeit nicht in einem geschlossenen Gebäude, sondern draußen in der Natur.

Sie spielen nicht mit Bauklötzen oder Puppen, sondern in den Wiesen und Wäldern. Das Ziel dieses Konzepts ist es, den Kindern einen harmonischen Umgang mit der Natur und ihren Lebewesen nahe zu bringen.

6. Der spielzeugfreie Kindergarten

Auch wenn es auf den ersten Blick ungewöhnlich klingt, so verbirgt sich hinter dem „spielzeugfreien Ansatz“ viel Potential für Kreativität: Den Kindern wird eine Reihe natürlicher Materialien zur Verfügung gestellt, die sie – anstelle von herkömmlichem Spielzeug – nutzen sollen. Leere Schachteln, Wolle oder Holz sollen den Erfindungsreichtum der Kleinen fördern und fordern.

7. Mehrsprachigkeit in der Kinderbetreuung

Für Kinder, die bereits zuhause mehrsprachig aufwachsen, hat sich dieser Ansatz ganz besonders bewährt. Die Betreuung findet durch Muttersprachler statt, die den Kindern spielerisch den Zugang zu „ihrer“ Sprache näherbringen. Als Fremdsprache wird hier meistens Englisch eingesetzt.

8. Der integrative Ansatz

Zum Schluss noch ein besonders wertvoller Ansatz innerhalb der Kinderbetreuung: Der Intergrationskindergarten. Hier werden Kinder mit besonderen Bedürfnissen gemeinsam mit anderen Kindern betreut. So soll schon früh gegenseitige Toleranz und Akzeptanz gefördert werden; ebenso werden Berührungsängste und Vorurteile abgebaut.

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